Winterwind

Es duckt und huscht in Nest und Höhle,
Was noch unterwegs gewesen und
Wer noch in den Straßen treibt, der
Müht sich heim, auf schnellstem Wege.

Denn
Durch den Wald spukt, ungesehen,
Durch die Kronen und auf Lichtung Wirbel,
Der Winterwind mit scharfem Schnitt.

Hat Baum um Baum entkleidet,
Ihre Sommertrachten schleifend.
Gräbt Frost in Rinde, friert die Seen und
Durch Federn, Fell und Kleidung dringt
Sein leise schwebend Nebel.

Zu festem Haus aus groben Planken,
Fern dem Dorf, am Waldesrand.
Marschiert, den Kopf bis Scheitel tief im Kragen,
Zu später Stunde Wanderer.

Eilt die letzten Meter, gegen
Flocken dichte Böen, drückt
Die Hände fester, tritt die Türe:
“Rein mit dir!

Schnell,
An das Feuer, magst du Tee?! (…und: Schön, dich zu sehen.)
Erzähl’ nichts neues, lass uns von bekanntem reden und
Erinnerungen uns die Herzen wärmen.
Soll doch der Winterwind die Eulen scheuchen,
Sein Huuhuu durch die Lüfte lärmen.
Lass ihn toben, wir erfinden uns Sommer!
Was brauchen zwei Menschen mehr
Als einander?!”