Glühwürmchen jagen und mit Fledermäusen tanzen

Drei, vier, manchmal fünf Dosenbierpalettten tragende Halbstarke,
Liefen Tag für Tag für die immer wieder endlosen sechs Sommerwochen
Brüllenden und mit geschulterter Musikanlage
In den Wald.
Noch mit den Hausaufgaben im Rucksack gingen sie in den Wald,
Wie schon ihre Väter und deren Väter
Und deren Väter und deren Väter
Und deren Mütter und ihre Schwester, deren Eltern waren Bären.

Sie gingen in den Wald,
Mit Bollerwagen und Holzkohle, mit Grill und Frikadellen,
Einem Sack voll Schnaps und viel zu dünnen Hemden.

“Wir sind vielleicht ein Haufen besoffener Halbaffen
Die mit warmen Billigbier im Wald in den Mai tanzen;
Wir sind vielleicht ein Rudel abgewichster Hosenscheisser
Die sich selbst für ihren pubertären Hirniss feiern,

Aber – !
Wenn wir einander in den Armen liegen und lachen, uns
Schiefe Lieder singen, wie gern wir uns haben.
Wenn wir nachts Glühwürmchen jagen und mit Fledermäusen tanzen
Dann sind all wir halben Hälften mehr als nur vier Viertel,
Wir sind ein einziger, großer Mensch, zusammen geschweißt in Freundschaft.

Wie werden auseinander gehen, weiter ziehen,
Uns am Leben versuchen und tun, was wir glauben zu müssen.
Oder das Gegenteil und
Ob am ersten Mai, dem zweiten, dritten oder letzten,
In diesem Jahr oder dem nächsten oder in ein paar Jahrzehnten,
Wir, unsere Väter und deren Väter und Mütter und Schwestern und
Deren Enkel Bärenkinder –
Mögen die Städte und ihren bunten Lärm nicht weniger,
Aber den Wald und ein warmes Bier in Freundschaft etwas mehr.