Stadt, Land, Fluss – Teil 1

Teil 1 – Stadt

„To the city
Where everything seems so ugly
When you’re sitting at home in self pitty
Remember you’re just one more person
Who’s living there“
– The Velvet Underground – Ride Into The Sun

Die Stadt ist im Licht gewaschen,
Frisch geduscht unter Straßenlampen.
Die Stadt ist aus Beton gebacken,
Mit Häusern, die aus Wolken wachsen.
In sauberen Augen vibiriert die Hitze der Zugmotoren.
Klare Gesichter finden ihre Richtung durch blinkende Lichter.

Feines Eis auf glattem Stein und zerbrochene Flaschen
Sind die Kristalle der Straßen.
Harter Schnaps setzt die Nacht in Brand, schon führen
Blutflecken über den Platz.
Es sind Spuren tiefer Minusgrade, die so viele in ihren Herzen tragen.

Stadt,
Deine Autobahnen und Pulsadern,
Handelsrouten und Blutbahnen,
Sind verstopft – du überlebst nicht.
Aber immer noch höre ich von dir
„Zu viel ist noch zu wenig!“

Stadt,
Ich will dein Geld nicht, das ist meine ehrlichste Erkenntnis.
Was habe ich davon, wenn ich jedes meiner Geldstücke
Noch mit einem zweiten drücke?
Für dich bin ich Null und Komma, Lebenszeit mal Acht mit Steuer.
Für mich bist du Depression, in einem Hugo Boss Kostüm.

Ausser deinen Sehnsuchtslügen
Hast du mir nichts zu bieten.

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