Sonnengang

Gosford, NSW

Durch menschenleeren Sonnengang und Nebel matten Sternenglanz,
Unter Cirrus, hoch gehangen, straff gespanntem Himmelszelt, lief ich
Um Häuser, Straßen, Stadtgewächse, die in Lampenschein und Regen glänzten.
In den Taschen Händereiben und am Hals hing Sorgenschwere, als mir
Die Knoten meiner Wege Schlaufen vor die Füße legten.
Dort, im dunklen Sonnengang, gesäumt von Schlaf und Tatendrang,
Lief ich in Kreisen, Achten gleich, zu des Tages Abgesang.

Auf Backsteinmauer, Efeu bewachsen, schnurren Katz und Kater umeinander.
Um Laternen Lichterinseln, ziehen ihre Schatten Schlieren und
Ab von ihren weißen Wesen schütteln sie den nächtlich‘ Regen.
Sie lauschen auf das Tropfenspiel, das von Blatt zu Blatt auf Asphalt klingt und
Streunern süßen Träumen nach auf ihrer Reise durch die Nachtlandschaft.

Durch menschenleeren Sonnengang und Nebel matten Sternenglanz,
Folge ich dem Katzenpaar, von der Stadt bis an den Waldesrand.
Dort, von dem letzten Gartenzaun, starren sie ins Unterholz und
Lauschen auf das Tropfenspiel, das von Blatt zu Blatt auf Erde klingt.
Zwischen den Kontrasten, mit den Pfoten wie auf Tasten tappend,
Sprechen ihrer Seelen Stimmen stille Sätze in die Symphonien,
Sind sich nie näher, nie ferner gewesen.
„Hast du das gehört, hast du das gesehen?“ ruft sie plötzlich und aufgeregt:
„Ich höre neue Töne in der Melodie! Dort, wo es noch raschelt, ich suche sie!“

…unter Cirrus, hoch gehangen, straff gespanntem Himmelszelt, ziehe ich,
Den Kopf im Kragen, Blick gesenkt, durch trübe, düster Innenwelt.
Mit einem Schatten auf vier Tatzen, Schmutz im Fell und stumpfen Krallen,
Leck‘ ich meine Wunden und kratze die Narben.

Sorgenschwere Freudentränen, temperiert auf Körperwärme,
Mischen sich mit Regenkälte zu frischem Tau auf blanker Erde.
Barfuß stehe ich im Morgenlicht,
Das goldene Wege vor meine Pfoten legt.

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