Nicht satt genug

(1) Sie raucht, ich schreibe Gedichte. Immer nur,
Wenn uns etwas fehlt. Ich fluche, sie versteht nicht weswegen.
Niemals nicht, weil sie doppelt verneint, sondern weil
Sie es nicht einmal versuche. Denke ich.

(2) Wir sind satt, aber woran? Nicht an dem
Halogen gegen warme Felsen und Kapellen bei Nacht,
Nicht an den knackenden Grillfleischplatten.
Am wenigstens am Verständnis.
Gott, haben wir Hunger danach!

(3) Wir sind fast dort, aber haben vergessen, warum.
Der Weg ist zu schön, um ein Ziel im Auge zu behalten.
Wir streichen Zeit in Räume und sagen, Schmand ist Gold.
Wir streiten über dieselbe Meinung aber äußern keine.
Da ist ein Aussichtspunkt, wir halten unsere Augen geschlossen,
und küssen uns.