Nachricht

Liebste,
Ich würde dir gern Nachricht schreiben,
Dass trotz Baumbruch und Sturmpeitschen,
Im Toben und Raufen der Jahreszeiten,
Uns Wohl ist.

In Regenschleier gekleidete Geister tanzen pfeifend
Im Gebälk und klopfen unruhig an die Fenster.
Doch wir haben uns warm und wir haben einander,
Sitzen mit Decken um den Schultern bei Tisch und
Wenn wir von dir reden, dann, dass du fehlst.
Wir reden und schweigen und träumen laut vor uns hin und
Wenn einer vom Donner erschrickt, dann lachen wir.

Liebste,
Ich weiß doch, wie leicht du in Sorge fällst,
An deinem Fenster stehst und westwärts blickst.
Ich würde dir gern Nachricht schreiben,
Doch die Straßen sind blockiert, die Leitungen still und
Der Postkutscher, nun, er sitzt mit am Tisch.

Noch heute morgen ist Sonne auf dein Bild gefallen und
Hat auf deinen Wangen einen Abdruck hinterlassen.
So sehe ich dich,
In den Feldern der Heimat, dein Haar im Zopf mit Ährengold und
Dein Lachen in meinem unter hohem Himmelsblau.

Liebste,
Es führt kein Weg zu dir,
Die Straßen blockiert, die Leitungen still.
Darum bitte ich die Tänzer aus den Geisterreigen,
Welche uns im Sturm begleiten und Stunden schon
Orchester pfeifen,
Sie mögen dir Nachricht an dein Fenster schreiben.

Dein Schwermut mag dir von der Seele wie
Regentropfen ab dein Fenster gleiten und
In der Geister Regenschrift, hoffe ich,
Das du meine Nachricht liest:
Dass trotz Baumbruch und Sturmpeitschen,
Im Toben und Raufen der Jahreszeiten,
Es uns gut geht. Wir denken an dich und
Freuen uns auf Wiedersehen.