Nach dem Feuerwerk

3.
Wir schwingen die Beine weit und stolpern, streifen
Äste und Schultern mit Entschuldigung.
Wir fühlen uns leichter und den Boden weniger schwer,
Haben noch Rauch auf den Zungen, Glanz in den Augen und
Gänsehaut
Von dem Feuerwerk.

2.
Mit ungezählten Dutzend Menschen saßen wir im Park auf
Breiten Decken, tranken warmen Sekt aus Bechern und
Sprachen knappe Sätze.
Über was war und bleibt bedauerlich, was ist und
Sich bald ändern wird. Was unüberwindbar schien,
Heute winzig wirkt und uns noch immer dient.

Im Hintergrund lief Musik davon, andante und
Auf Zehenspitzen durch den milden Winternebel.
Wir lauschten, bis die Pauken inne hielten,
Der Chor verstummte und, mutig an den Herzen reißend,
Die erste Geige das letzte Lied anstrich.

1.
Mit dem Bogen auf der Spannung schliff Sie von uns Funken,
Rieb ab die Patina von vergangenem Jahr und
Die Korrosion von dem Charakter.
Sie schliff unsere Runden scharf, die Kanten glatt und
Polierte die getrübten Blicke zu glänzenden Spiegeln
Der Silvesterraketen. Den einen und anderen
Sah man heimlich die Augen wischen,
Als die Nokturne uns Minne spielte.
Wir verstehen: Nur der Blitze wegen.

01.1
Wir klopften Rücken, drückten Hände,
Riefen Gutes durch den Jubel und tranken, pflichtbewusst,
Den letzten Schluck auf gestern zum Prost.
Wir gaben uns die großen Worte und festen Gesten,
Für die uns ohne Reibung die Funken fehlen.
Ich denke, es braucht wohl etwas Rausch und Nebel,
Uns auf unbekannten Wegen geborgen zu fühlen.

Wir laufen aufwärts auf abschüssigen Böden,
Stolpern, streifen und umgehen die Dutzend.
Wir träumen vor uns,
Hin gehen wir allein und
Es ist ein weiter Weg
Bis zum nächsten Feuerwerk.